6. Juni 2023von Dr. Grigorj Kropotkin15,6 Minuten Lesezeit
Es vergeht in meinem Umfeld kaum eine Woche in der nicht irgendwelche längeren Krankenstände bzw. ‚eigenartige‘ Krankheiten auftreten würden, Krankheiten mit unklaren, diffusen Symptomen die diagnostisch kaum festmachbar sind. Da höre ich dann Aussagen wie ‚das Gesicht ist angeschwollen und der Kopf zerspringt fast vor Druck‘, ‚der ist ganz schwach und hat ein eigenartiges Blutbild aber die Ärzte wissen nicht so genau…‘, ‚irgendeine Infektion aber keiner kommt drauf was es ist‘, ‚ein extremer Hautauschlag aber die Ärzte wissen nicht so genau woher‘, ‚die Leber ist im Eck aber keiner weiß warum…‘.
Sie hatte 4 Impfungen und nun ist sie mit Long Covid wahrscheinlich das nächste Jahr über arbeitsunfähig, wenn überhaupt noch was geht…‘ etc. Gerade gestern ist bei uns an der Uni ein Kollege mitten in seinem Vortrag mit Herz-Kreislaufproblemen zusammengebrochen. Zusätzlich ziehen sich die Krankenstände seit zwei Jahren beinah wie eine Dauerwurst durch und werden gefühlt immer massiver.
In der Volksschulklasse meines Sohnes scheinen speziell die gespritzen Kinder vermehrt krank. Auf die Idee, dass irgendeines dieser Krankheitssymptome etwas mit den Covid Injektionen zu tun haben könnte kommt allerdings keiner. Da ist dann von bedauerlichen Einzelfällen die Rede die es ja angeblich immer schon gegeben hätte und auf die man als Maßnahmenkritiker nun halt fixiert sei. Quasi die Mücke, die zum Elefanten hochstilisiert wird.
Wie soll man also diese anekdotische Evidenz nun verifizieren bzw. falsifizieren? Frei nach dem Motto: Bin ich nun schon völlig paranoid oder ist es doch der Großteil meines Umfeldes welcher in einer Märchenwelt lebt? Dies wäre im vorliegenden Fall durch den Schritt von anekdotischer Evidenz zur statistischen Evidenz möglich. Das Problem dabei: Belastbare und aussagekräftige statistische Daten sind im deutschsprachigen Raum höchst spärlich gesät. Man könnte fast den Verdacht hegen, dass irgendwer daran interessiert ist so wenig wie möglich belastbare Daten zum Thema Covid-Maßnahmenwirksamkeit zu erheben, denn wer nichts weiß muss alles glauben.
Nichts destotrotz bin ich als Wissenschaftler an einem der größten Krankenhäuser Österreichs und als Peer Review Gutachter bzw. Editor für viele renommierte Life Science Journale in der privilegierten Lage an höchst interessantes Datenmaterial heranzukommen bzw. dieses auch entsprechend zu bewerten. In diesem Sinne habe ich bereits vor geraumer Zeit die Zulassungsstudie von Moderna ausgewertet, insbesondere das ‚Kleingedruckte‘ im 76-seitigen Supplement.
Fazit war bereits damals, dass die Nebenwirkungen jegliche Schutzwirkung ganz sicher bei weitem überwiegen. Sobald man über den marktschreierischen Abstract hinausgeht wird es invers proportional zur Schriftgröße (Kleingedrucktes immer beachten!) was Wirksamkeit und Sicherheit der Injektionen angeht zappenduster. Die Stärke dieser Studie: Sie ist placebokontrolliert, verblindet und in ausreichender Stichprobenzahl über sämtliche Alterskohorten. Dadurch ist die Aussagekraft sehr hoch, selbst wenn Vermutungen im Raum stehen, dass die Daten trotzdem noch schöngefärbt sein könnten.
Ich habe mir auch den Spaß gemacht und unsere tagtäglich veröffentlichte krankenhausinterne Covid Statistik von Juni 2022 bis Mai 2023 (da wurde diese dann leider eingestellt) mitdokumentiert. Das spannende dabei war, dass die Covid-Hospitalisierten nach Impfstatus aufgegliedert waren.
Es wurde schnell klar, dass die Geimpften überproportional vertreten waren, speziell die Geboosterten. Über den gesamten Zeitraum lag der Anteil an Geboosterten wegen Covid hospitalisierten Patienten zwischen 73% und 100%, Durchschnitt 81%. Aus der mitgelieferten kumulierten Altersverteilung kann man grob eine Booster-Impfquote von 60% bis 70% abschätzen. Ich würde das als ziemlich harte Evidenz dafür bezeichnen, dass die Impfung zu schwereren Covid Verläufen führt. Mit 4476 dokumentierten Krankenhaustagen kann man diese Statistik auf alle Fälle als keinen Zufallsbefund mehr abtun. Spannenderweise machten wegen Covid hospitalisierte Kinder mehr als ein Drittel aller Patienten in diesem Vergleichszeitraum aus. Leider wurde da kein Impfstatus erhoben weshalb diese auch nicht in meine Auswertung einflossen. Da mag sich nun jeder seine eigenen Gedanken darüber machen warum Kinder plötzlich so stark von Covid betroffen sind…
In punkto Krankheit habe ich die Krankenstände meiner Mitarbeiter longitudinal im Zeitraum 2016 – 2023 vor und nach dem Zeitpunkt der ersten Covid Injektion verglichen und diese mit den Krankenständen der ungeimpften Mitarbeiter abgeglichen. Trotz sehr geringer Fallzahl komme ich – das war auch für mich höchst überraschend – mit einem p-Wert von 0.01 auf eine statistisch hochsignifikante Zunahme von Krankenständen nach der Impfung auf das 2,3 fache.
Zufallsbefund? Nur gefühlt? Oder ist die Krankenstands-Dauerwurst doch real und ein Phänomen der Geimpften? Da passen dann auch die 50% erhöhten Rettungseinsätze in 2021 und 2022 in Wien wunderbar dazu und finden plötzlich eine plausible Erklärung jenseits von Grippewelle und einiger weniger Prozent Bevölkerungswachstum.
Dazu noch eine kleine anekdotische Evidenz. Ich bin mit meinem damals noch im Kindergarten befindlichen Kind ca. alle 2 Wochen in Wien auf der A23 an der ÖAMTC Zentrale vorbei unterwegs und zwecks Zeitvertreib haben wir immer geschaut ob der ÖAMTC Rettungshubschrauber am Landeplatz steht oder nicht, was bis Mai 2021 auch fast immer der Fall war. Ab Mai 2021 war der Hubschrauber der vorher wahrscheinlich 80 % der Zeit da war sehr zu unserer Betrübnis kaum noch am Landeplatz, also wohl sehr häufig im Einsatz. Hat eine Zeit gedauert und den Input einer Kollegin die an einer Rettungseinfahrt wohnt, bedurft, bis ich da einen möglichen Erklärungsgrund gefunden habe…
Angeregt durch Florian Schilling habe ich mir die Sterbestatistik des Office for National Statistics (ONS) im UK auch persönlich nochmals angesehen. Das schöne dabei: In England werden die Toten offensichtlich nach Covid Impfstatus kategorisiert. Das ist meines Wissens sonst nirgendwo der Fall, schon gar nicht in Österreich oder Deutschland. Ob Geimpfte unter- oder überproportional sterben kann man sich aus diesen Daten recht einfach herausrechnen. Die Daten sind Monatsweise in 7 Alterskategorien eingeteilt und geben den Covid Impfstatus aller in England in diesem Monat Verstorbenen an. Damit kann man sich monatsweise für jede Alterskategorie sehr einfach ausrechnen wie viel Prozent der Verstorbenen gegen Covid geimpft waren.
Diese Daten alleine wären nun zwar noch völlig aussagelos, aber, wenn man die Impfquote in den entsprechenden Alterskategorien kennt, dann werden diese Daten hochinteressant. Denn bei einer Stichprobenzahl von 56 Millionen Engländern müssen sich zwangsläufig alle Zufälle herausmitteln und es gibt vor allem keinen logischen Grund warum dieser fundamentale Zusammenhang in Österreich, Deutschland oder der Schweiz anders sein sollte. Die offizielle Impfquote bekommt man tagesaktuell nach passenden Alterskategorien sortiert, vom National Immunization Management System (NIMS), der britischen Impfbehörde. So kann man nun Monat für Monat in den 7 Alterskategorien die Mortalitätsquote der Geimpften mit der Impfquote vergleichen.
Sollte nun also die Impfung was nützen und wirklich vor schwerer Krankheit und Tod schützen, so müsste die Impfquote über der Mortalitätsquote der Geimpften liegen, wodurch die Geimpften anteilsmäßig weniger sterben würden als die Ungeimpften. Das wäre selbstverständlich das Muster das von jeder wirksamen und sicheren Impfung, so auch von der Covid Impfung zu erwarten wäre. Sind Mortalitätsquote und Impfquote gleich, dann könnte man wenn schon von einer unwirksamen, so zumindest von einer sicheren Impfung reden. Ist nun aber die Mortalitätsquote höher als die Impfquote so bedeutet das, dass anteilsmäßig die Geimpften überproportional sterben, d.h. die Nebenwirkungen der Impfung mehr Menschen zu Tode befördern als Menschen vor Covid-Tod geschützt werden. Vergleicht man nun die beiden oben erhobenen Quoten indem man die Mortalitätsquote der Geimpften von der Impfquote abzieht (damit ist eine positive Zahl gut, weil die Schutzwirkung überwiegt und eine negative Zahl schlecht, weil die Nebenwirkungen überwiegen) so bekommt man über alle Monate und Alterskohorten in 2021 und 2022 gerechnet eine Verteilung zwischen 6% und -29% mit dem Durchschnittswert bei -4%…